„Online-Kongress“ = Unwort des Jahres 2017?! – Ein Jahresrückblick mit persönlichem Fazit

An jeder Ecke hören wir:

„Online-Kongresse gehen mir auf den Nerv.“

„Online-Kongresse bringen doch nichts.“

„Geh mir weg mit einem Online-Kongress.“

Was ist dran an den Aussagen und was hat mein letztes und mein nächstes Business-Jahr damit zu tun?

Oder noch viel wichtiger: Ist das wirklich wahr?

Sind Online-Kongresse wirklich eine Lüge? Oder müsste das Buch von Sandra Hornsteiner nicht viel eher den Titel tragen: „Die Lüge der Kongress-Coaches“ …

In diesem Artikel möchte ich den Trend Online-Kongresse kritisch beleuchten und gleichzeitig versuchen, meinen Jahresrückblick und eine Vorschau ebenfalls in den Artikel zu quetschen. Denn es ist ja langsam zur Tradition geworden, dass ich an Marits Blogparade teilnehme.

Eine kritische Betrachtung von Online-Kongressen und dem, was in der Öffentlichkeit so über sie gesprochen wird, sowie 12 Monate Erfahrung in einem Artikel unterzubringen, wird eine Herausforderung. Ich stelle mich ihr gerne.

Da ist mir sprechen schon manchmal etwas lieber und ich freue mich, dass ich nun auch bei Marit im Podcastinterview zu Gast sein werde (sobald die Episode online geht, werde ich sie hier verlinken) …

Was ich mir für dieses Jahr vorgenommen hatte, kannst Du hier ausführlicher nachlesen:

Das Jahr der Online-Kongresse 2017

Im Schwerpunkt war es entgegen aller Warnungen der Aufbau eines Mitgliederbereiches für Kongress-Veranstalter und solche, die es werden wollen. Dieser ist dann auch am 1. Januar 2017 gestartet. Doch dann lief alles anders als planmäßig.

Nur ein kleiner Teil der Mitglieder ist auf diesem Weg mit der Kongressplanung auch wirklich weiter gekommen und hat das zur Verfügung gestellte Material genutzt. Die Webinare mit den Experten und die Best Practise Talks mit Kongressveranstaltern waren meist gut besucht, führten aber nicht unbedingt zu mehr Mitgliedern. Somit blieb der Austausch der Mitglieder ein wenig auf der Strecke und am Ende war es nur ein harter, umsetzungsstarker Kern, der blieb.

 

Was lief also schief? 

Ich arbeitete für mich drei wichtige Faktoren heraus, die zu der falschen Erwartung geführt hatten, dass ich mit einem Mitgliederbereich künftig das beste und passendste Angebot hätte

Punkt 1: Ich war einfach in vielen Kreisen noch nicht bekannt genug.

Punkt 2: Ich machte es, wie die anderen es machen und bot einen Mitgliederbereich (nur eben mit monatlicher statt jährlicher Zahlweise).

Punkt 3: Online-Kongresse gerieten immer mehr in die Kritik – sowohl von Experten, als auch von Veranstaltern selbst, die mit ihrem Kongress nicht erfolgreich waren.

 

Wie also konnte ich diese Faktoren nun ändern? Wo konnte ich Einfluss auf mein Business nehmen?

Punkt 1 und 2 lagen in meiner Hand. Punkt 3 nicht, weswegen ich ihn außer acht ließ.

Zunächst kümmerte ich mich also um den ersten Punkt und sorgte dafür, noch stärker als Expertin für Online-Kongresse wahrgenommen zu werden. Statt des geplanten Intuitionskongresses (für den ich schon die Domain gekauft hatte – wer will sie übrigens By The Way abkaufen :-)? Ich vergebe sie zum Schleuderpreis…) entschied ich mich, mit so wenig Aufwand wie möglich einen Relaunch zu starten. Damit wollte ich meinen Expertenstatus nochmals untermauern und meine Liste vergrößern.

Ich interviewte bis zum Sommer elf neue Experten zum Thema Online-Kongresse und konnte mit dem Relaunch zwar weitere Plätze verkaufen, doch schienen andere Angebote wie meine Masterclass (mein betreutes Kleingruppencoaching) für die Teilnehmer wesentlich interessanter.

Auf diesem Weg machte ich unerwarteter Weise mit dem Kongress einen großen Teil meiner Einnahmen durch dieses betreute Halbjahres-Coaching.

Zunächst war ich enttäuscht von dem Relaunch, hatte ich doch die Massen ansprechen wollen.

Bis ich erkannte: Es geht garnicht um die Massen und diejenigen, die einen Online-Kongress als fixe Idee im Kopf haben und sich, weil es finanziell nicht all zu sehr schmerzt, dann in den Mitgliederbereich einkauften. Wie so oft im Leben ging es um genau DIE Menschen, die wirklich eine Entscheidung getroffen haben und die dann in die Umsetzung gehen wollen.

Menschen, die bereit sind, in sich und ihr Business zu investieren.

Für eine recht spitze Nische und kleine Branche, wie ich sie bediene, kann ein Mitgliederbereich schon eine Herausforderung darstellen. Das hatte ich eindeutig unterschätzt. Da dachte ich, ich biete vor allem ein in diesem Segment günstiges Angebot für Solounternehmer, Coaches, Trainer und Berater an. Doch musste ich am Ende feststellen, dass viele dann lieber für teures Geld die Katze im Sack bei anderen Coaches kauften, um dann später mit mir Kontakt aufzunehmen und mich um Coachingstunden zu bitten.

Damit einher ging dann Punkt 2: Die wertvolle Erkenntnis, dass Du niemals etwas machen solltest, nur weil andere es auch so machen und dann versuchst, einen Hebel über den Preis zu fahren. Als Solounternehmerin mit wenig Ausgaben kann ich mir durchaus günstigere Preise als andere Coaches erlauben, doch helfe ich am Ende damit weder mir noch den Teilnehmern.   

Die Coachingklassen erfüllten mich und meine Teilnehmer mit soooo viel mehr Zufriedenheit. Die Beziehungen, die entstanden, das gemeinsame und persönliche Wachstum, all das war so inspirierend, dass ich in den letzten Monaten nun viel darüber nachgedacht habe, meinen Mitgliederbereich zum Jahresende zu schließen. Da aber noch Jahresmitgliedschaften laufen, wird der Mitgliederbereich nun bis August 2018 noch aufrecht erhalten und dann schließen.

Denn selbst die engagierten Teilnehmer nutzen die Materialien aus dem Mitgliederbereich nur selten, sondern kamen dafür lieber zum wöchentlichen Coachingcall, wo sie dann all ihre Fragen stellten.

Und das war nicht der einzige Trend, den ich beobachtete. Immer mehr Schüler anderer Kongress-Schulen oder anderer Coaches kamen zu mir, weil sie eben genau dort mit der Struktur des Angebotes in Form von Selbstlernkursen und Mitgliederbereichen so nicht weiterkamen.

Und ich glaube es war im Mai, als mich Eva Abert angesprochen hatte, mich an ihrem Online-Kongress-Selbstlernkurs zu beteiligen und dort einige Module beizusteuern. Da ich ja bekanntlich einen guten Zugang zu meiner Intuition habe (der Muskeltest gibt mir noch immer die beste Auskunft), habe ich dieses Angebot abgelehnt.

So richtig bewusst wurde mir das erst vor ein paar Wochen, warum meine Absage gut war: Ich sehe meine Stärken in der persönlichen Begleitung und im Coaching. Das ist es auch, was ich von meinen Teilnehmern gespiegelt bekomme. Und: Ich sehe genau aus diesem Grund auch das Vorankommen meiner Kunden.

Wenn ich etwas anderes verkaufen würde, wäre ich nicht integer.

Deswegen habe ich mir vorgenommen im nächsten Jahr Angebote zu entwickeln, wo ich als Coach genau diese Stärken zum Wohle meiner Kunden einbringen kann. Für das folgende Jahr ziehe ich deshalb den folgenden Schluss daraus: Mein Angebots-Mix wird sich eindeutig hin zu betreuten Programmen, Workshops, VIP-Tagen, Aktionstagen und Themenwochen verschieben. Wie genau, wird sich noch zeigen.

Ein fester Baustein ist die brandneue Masterclass der Online-Business Wachstumsformel, die im März 2018 starten wird. Dieses Coachingprogramm hat das volle Potential, künftig mein großes Flaggschiff zu werden. Denn gerade die Ausgestaltung und Betreuung (nicht die Inhalte, denn die krieg man ja auch woanders…) ist so ausgefeilt, dass es mit Sicherheit das beste Online-Kongress Coachingprogramm im deutschsprachigen Raum werden wird.   

Wenn ich aber allein darüber nachdenke, dann hüpft mein Herz vor lauter Freude!

 

Kritik an Online-Kongressen: Ist sie gerechtfertigt?

Je mehr Kongressveranstalter ich im vergangenen interviewte, umso deutlicher wurde: Online-Kongresse waren zwar noch neu und trendy, aber die Herausforderung, mit einem Kongress auch tatsächlich ein relevantes Resultat für das eigene Business, die Teilnehmer und die Experten zu erzielen, war dann doch sehr viel größer. Und genau diese Win-Win-Win-Situation ist so elementar und darf nicht gefährdet werden, wenn Du einen Kongress veranstaltest.

Immer mehr Kongresse von der Stange kamen auf den Markt. Passend also, dass ich für meinen letzten Artikel für Marits Blogartikel den Titel wählte: „Das Jahr der Online-Kongresse“.   

Gerne würde ich in diesem Jahr die gleiche Überschrift wählen, denn in meinen Augen sind Online-Kongresse noch lange nicht überholt

Nur die Art und Weise, wie und warum sie durchgeführt werden, ist fragwürdig bis problematisch.

Und bislang gab es auf dem deutschen Markt keine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema „Online-Kongress“.

Er wurde angepriesen, nicht zuletzt von Kongress-Coaches, die damit ein sehr gutes Einkommen verdienen konnten.

Und er wurde verschrien. Nicht zuletzt von Experten, die keinen Gewinn in Kongressen für sich sahen. Nein, auch Veranstalter wendeten sich frustriert von dem Format ab.

Hier hieß es für mich, eine tiefe Recherche zu machen und Lösungen zu entwickeln, wie der Online-Kongress zwischen all den anderen Formaten, wie der Challenge, dem Camp oder gar dem Online-Kurs seinen dauerhaften Platz einnehmen könnte.

Denn die Entwicklung hin zur ”Online-Kongress Lüge“  war ich nicht bereit zu gehen.

Und mir wurde immer mehr klar: Es gibt ja nicht den EINEN Online-Kongress, aber wir alle haben immer diesen ersten Prototypen davon im Kopf. Und die Unart, einfach nur zu kopieren und nicht zu überlegen, was für das eigene Business passt, führte vermehrt dazu, dass Kongresse wirkungslos und leer nebeneinander standen. Dass Veranstalter nach Kongressen abtauchten und nichts mehr von ihnen zu lesen noch zu hören war.       

Seit August 2017 nun habe ich unermüdlich daran gearbeitet, dass es ein Kongress-System mit unterschiedlichen Kongresstypen gibt. Ziel war es, ein System zu entwickeln, mit dem Unternehmer in jeder Phase ihres Business den passenden Kongress durchführen und damit entspannt und leicht in ihr Business wachsen.

Der Anspruch war, dass dieses System allgemeingültig, übertragbar und flexibel bleibt. Und es sollte dazu führen, dass wir endlich davon wegkommen, ALLES mit EINEM einzigen Online-Kongress erreichen zu wollen.

Das System fokussiert unterschiedliche Ziele und Stadien, in denen sich ein Unternehmen befindet, und zeigt Wege und Lösungen auf, wie Kongresse nicht nur für Business-Starter sondern auch für gestandene Coaches, Trainer und Berater von Nutzen sein können.

Und wie es immer ist im Leben: Die Entstehung von etwas Neuem braucht eine Unzufriedenheit mit dem aktuellen Status. Deswegen bin ich unendlich dankbar für die vielen kritischen Stimmen, die immer lauter wurden. Natalie Schnack ist nur eine davon.

Dankbar bin ich für das Interview mit Marit Alke im Rahmen meines Relaunches, in welchem wir schon skizziert haben, wie ein Online-Kongress noch aussehen könnte.

Ich bin aber auch zutiefst dankbar, dass ich im Vorfeld des Relaunches das Vergnügen hatte, mit Shailia Stephens-Würsig hierzu das kritische Gespräch aufnehmen zu können.

Und ich bin schon mal im Vorfeld dankbar für das spannende Interview, welches ich Anfang kommenden Jahres mit Line Fuks von der Wildnisfamilie über Online-Kongresse führen darf.

Diesen und noch viel mehr Menschen habe ich diese spannende und auch wundervolle Geburt dieses neuen Systems zu verdanken. Dieser Punkt ist immer schwierig, weil man ja jemandem beim Danksagen vergessen könnte. Denn auf dem Weg gab es natürlich auch die Unterstützer im Hintergrund, um nur einige zu nennen z.B.

  • mein Mann Martin Matzat, mit dem ich anregende Gespräche nicht nur über neutrales Karma, das „Dienen“ und Ver-Dienen und andere spirituelle Ansätze führen durfte
  • mein Fokuscoach Claudia Kauscheder, die mich immer wieder aus meinem selbsterschaffenen Ideen-Chaos zurückholt und effizient macht
  • den Experten meines Kongresses, die ich hier namentlich nicht alle einzeln aufführe
  • den Teilnehmern meines Kongresses und meiner Coachings, die mich mit ihren Feedbacks und Rückmeldung immer wieder vorangebracht und berührt haben
  • den Veranstaltern anderer Kongresse, die mich als Expertin eingeladen und unterstützt haben, meine Botschaft zu verbreiten (Online-Coaching Kongress, Funkensprüher Online-Kongress, Stefan Hiene Kongress, Best Off Congress Collection, Glücksmenschen Online-Kongress, Authentisch im Business, Weibliche Werte Konferenz, Shine Online-Kongress)      
  • und all denen, die mich zu ihrem Kongress oder Camp eingeladen haben, denen ich aber aufgrund des Konzepts oder Themas nicht zugesagt habe
  • sowie den „Arsch-Engeln“ (wie Robert Betz sie so schön nennt…). All den Menschen, die mir durch eine nicht ganz so integere Art und Weise gezeigt haben, wie ich mein Business nicht führen möchte.   

 

2018: Was kommt?

In die Zukunft schauen, kann ich nicht. Nur sagen, wie ich in die Zukunft blicke. Und eine Momentaufnahme anbieten:

Man kann nicht gerade behaupten, dass Online-Kongresse vom Markt verschwunden sind – nur wurden sie von Unternehmern nicht mehr ernst genommen und schnell in die eingangs genannten Schubladen gepackt.

Für das kommende Jahr spüre ich Zuversicht, dass ich mit dem neuen Kongress-System Impulse und Inspirationen setzen kann. Nicht für ein Comeback sondern eher für eine Extension, eine zweite Staffel oder den Online-Kongress 2.0.

Wenn Du mehr über dieses System und darüber erfahren willst, wie Du einen Kongress planst, der unwiderstehlich ist, dann melde Dich zu meinem kostenlosen, vierteiligen Workshop an. Er beginnt direkt am 2. Januar!

Ich wünsche allen, die für 2018 einen Kongress geplant haben, maximalen Erfolg damit!

 

Was denkst Du über Online-Kongresse und wie glaubst Du, wird der Online-Kongress der Zukunft aussehen? 

Hinterlasse mir hier oder auf steemit.com Deinen Kommentar und verdiene Dir eine Wertschätzung in Form von Steem Dollar.

Swantje Gebauer

Swantje Gebauer von der Online-Kongress Ideenfabrik unterstützt als Online-Kongress-Guide herzgetriebene Coaches, Trainer, Berater und Solopreneure dabei ihre Sichtbarkeit im www mit einem Online-Kongress spürbar zu erhöhen und sich so mit ihrer Expertise und Authentizität ein profitables Online-Business zu erschaffen. Gemeinsam mit Anneli Eick hat sie den großen Online-Kongress mit dem Titel "Dein erster OnlineKongress" veranstaltet. 2017 setzt sie mit ihrem Relaunch "Mehr Sichtbarkeit im Business" neue Maßstäbe in der Welt der Online-Kongresse.

Hinterlasse einen Kommentar

4 Kommentare auf "„Online-Kongress“ = Unwort des Jahres 2017?! – Ein Jahresrückblick mit persönlichem Fazit"

avatar
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Alicia
Gast
Liebe Swantje, danke für deinen tollen Artikel! Ich selber habe im Juli gemeinsam mit 2 guten Freunden meinen ersten Onlinekongress auf die Beine gestellt. Und alle haben uns davor gewarnt – vor der vielen Arbeit und jeder kannten irgendjemanden, der auch schon mal einen Kongress veranstaltet hatte und noch nicht einmal sein Kosten wieder reinbekommen hatte. Trotzdem ließen wir uns nicht abhalten:) Ich hatte diesen inneren Drang in mir gespürt einen Kongress über die weibliche Kraft zu machen und diesem musste ich einfach als Schamanin folgen. Ich hatte keine Vorkenntnisse, nie einen Kurs besucht und noch dazu 6 Kinder. Mir… Read more »
Marit Alke
Gast
Liebe Swantje, vielen Dank für diese absolut gehaltvolle Auseinandersetzung mit dem, was du in 2017 erlebt hast!! Das ist so wertvoll! <3 Du bekommst ein immer größeres Bild von dem Format, das dich ja immer noch begeistert und diese kritisch-konstruktive Gesamtschau macht dich erst zu der tiefen Expertin, die wirklich nachhaltig dabei helfen kann, Ergebnisse zu erzielen. Mit deiner Art, sich mit Kritik auseinander zu setzen und konsequent deinen Werten und dem Anspruch an Qualität gerecht zu werden, bist du ein wichtiges Vorbild in unserer manchmal sehr oberflächlichen Online-Welt. Ich bin sehr dankbar, dass wir in 2017 unsere Kommunikation vertieft… Read more »