11 ultimative Tipps für Dein perfektes Kongress-Interview

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Ein neuer Blogartikel wartet und was soll ich euch sagen: Er hat aber auch gewartet…

Und nun ist es mal wieder „kurz vor zwölf“ im wahrsten Sinne des Wortes und es ist noch kein Wort geschrieben.

Das liegt jedoch nicht daran, dass ich mich davor drücke, einen Artikel zu schreiben. Nein, ich finde es immer wieder spannend, recherchiere gerne über die Themen und fasse sie hier mit meinen persönlichen Erfahrungen für Dich so zusammen. Damit Du eines Tages alles zum Thema Online-Kongresse  wie in einer virtuellen Bibliothek hier findest.

Das ist mein fest erklärtes Ziel!

Dafür gebe ich alles.  😎 

Dein perfektes Kongress-Interview erfordert maximale Konzentration

Im Moment fordert die Kongressvorbereitung uns schon ziemlich! Es sind viele Dinge zu bedenken und oftmals müssten wir schon drei Schritte weiter sein, um Schritt 1 noch zu vervollständigen.

Da ist es schon wichtig, die Ruhe zu behalten und sich voll und ganz auf die Interviews zu konzentrieren, die nun beinahe jeden Tag aufgezeichnet werden.

Da darfst Du Dich nicht von Gedanken an die Landingpage oder die Gestaltung Deines Kongresspakets ablenken lassen.

Und das ist für mich gerade besonders schwer, sind das doch auch wesentliche Punkte, über die wir sogar inhaltlich in den Interviews mit unseren Experten sprechen.

Und wenn dann der Robert Gladitz sagt, dass es es „so und so“ empfiehlt zu machen, dann muss auch ich mich bemühen, nicht in Gedanken zu meinem Projekt zu springen.

Konzentration und Fokus sind zwei sehr wichtige Eigenschaften, die Du unbedingt auf dem Zettel haben musst, um nicht nach Deinem Online-Kongress im Burn-Out zu landen.

Und damit Du die besten Interviews „ever“ führst, habe ich Dir mal meine 11 wichtigsten Interview-Tipps für Dein perfektes Kongress-Interview aufgeschrieben. Ich hoffe, für Dich ist was dabei?!

Tipp 1) Hör dem Experten zu

Richtig verstanden. Als Interviewender musst Du zuhören können und zwar richtig gut und richtig tief.

Um ein wirklich rundes Gespräch aufzubauen und dem Fluss des Gesprächs zu folgen, ist es wichtig, dass Du total in das Gespräch mit Deinem Kongress-Experten eintauchst.

Dann entsteht ein Flow.

Dann verfliegt die Zeit.

Dann wird es lebendig.

Hört sich erstmal esoterisch an, ist es aber garnicht (so sehr ;-)). Es gibt immer nur den Moment. Das Jetzt. Den Augenblick.

Und wenn wir in voller Aufmerksamkeit bei dem sind, was wir tun, dann sind wir viel effektiver als wenn wir unseren Geist schon auf die Zukunft oder die Vergangenheit richten.

Eine echte Challenge dafür sind Videointerviews. Denn Du willst ja im Anschluss nicht 1000 Schnitte machen.

Wenn Du ein zusammenhängendes, logisch-schlüssiges und lebendiges Gespräch haben möchtest, dann akzeptiere die folgende Tatsache: 

Tipp 2) Sei wie ein Kind: Stelle echte Fragen!

Offenes Zuhören ist eine Gabe und wer diese Gabe nicht hat, der musst halt etwas mehr dafür tun.

Ich zähle mich zu der zweiten Kategorie. 😉

Also übe ich mich darin, neugierig zu sein, noch nicht zu wissen, was wohl die Antwort sein könnte und wie es sich wohl in der Realität verhält.

Doch zum neugierigen und offenen Zuhören zählt eben auch das echte, neugierige Fragen.

Was willst Du wirklich von den Experten, die Du eingeladen hast wissen? Was brennt Dir unter den Nägel und wo willst Du Die erweitern?

Hinterfrage, was Du bisher über die Dinge wusstest. Tu so, als wärest Du noch mal 5 Jahre alt! Und tauche ein in die Welt der Rätsel, ungelösten Herausforderungen und Geheimnisse.

Tipp 3) Stelle nur eine Frage zur Zeit!

Und wenn Du dann gerade so richtig im Fragemodus angekommen bist, nachdem Du Dich an Tipp 1 und Tipp 2 von mir gehalten hast, dann zügel Dich!

Meine beste Bandwurmfrage für „Dein erster Onlinekongress“ kannst Du Dir hier anhören:

Ich will Dir damit nur sagen: Wenn Du Dich in den Flow begibst, bekommst Du bei jeder Antwort mindestens zwei neue Fragen.

Wenn Du eine Frage in Dir hochsteigen spürst, unterdrücke sie nicht. Merke sie Dir und gehe dann zu geeigneter Zeit auf diese Frage ein. Wenn sich die Gelegenheit nicht mehr ergibt, dann verwerfe sie wieder. Geh wirklich immer mit dem Fluss!

Aber ganz wichtig ist:

Am besten, Du legst Dir Zettel und Bleistift bereit und notierst Dir kurz ein Stichwort, während des Gesprächs, wenn eine Frage aufsteigt. Aber wirklich nur ein Stichwort, was Dich an Deine Frage wieder erinnert. (Bleistift deshalb, weil dieser auf der Tonaufzeichnung am wenigsten zu hören sein wird.) 

Wenn Du länger schreibst, kann das den Experten ebenfalls irritieren!

Mit dem klassischen Notizblock habe ich jetzt nach einige Interviews wirklich gute Erfahrungen gemacht und möchte es nicht mehr missen.

Und nimm lieber einen ganzen Block Papier. als nur einen Zettel. Großformatig, damit Du auch mal etwas notieren kannst, ohne hinzuschauen.

Denn einige Interviews werden dann plötzlich so sein: „bäm, bäm, bäm“. Und wenn Du damit garnicht gerechnet hast, kannst Du nicht das Optimum für Deine Kongressteilnehmer herausholen.

Tipp 4) Frage nach den Geschichten

Menschen lieben Geschichten. Sie helfen uns, uns mit anderen zu verbinden. Auf einer emotionalen Ebene, der Erfahrungsebene.

Wir können uns Inhalte besser merken, wenn sie spannend aufbereitet sind. Und das muss keine künstlich erdachte Geschichte sein.

Oft fällt mir dabei dann immer mein Referendariat als Lehrerin ein, wenn ich mir für meine Klasse oder Lerngruppe mal wieder eine Geschichte „zusammengeschraubt“ habe, die vollkommen aus der Luft gegriffen war, aber dazu diente, eine Buchstaben im Buchstabenlehrgang beizubringen.

Warum sagt man da nicht einfach: Das ist das „F“ und das geht so!

Warum erfindet man einen fliegenden Fisch, der seinen Freund Friedrich auf dem Fahrrad nach Fehmarn begleitet…?

Irgendwie schon schräg. Aber das ist ein anderes Thema. Ich schweife ab. 🙂

Das Leben schreibt so wertvolle Geschichten. Frage direkt nach ihnen. Zum Beispiel so:

  • „Erzähl und mal die Geschichte, als …“
  • „Nimm uns mal mit in Deine Schuhe und teile mit uns die Geschichte, wie …“
  • „Gibt es eine Story, wo Du … und wenn ja, magst Du sie mit uns teilen?“

Das sind meine Lieblingsfragen!!! definitiv. 😉

Tipp 5) Greife 1-3 Punkte heraus

Wenn Dein Interviewpartner dann seine Geschichte erzählt hat, kommt wieder Tipp 1 ins Spiel. Höre wirklich gut zu uns greife aus dem Gesagten 1-3 Punkte heraus.

Wiederhole diese Punkte mit Deinen eigenen Worten und wenn Du kannst, reichere sie vielleicht noch mit einer Metapher oder einem kurzen eigenen Erlebnis an.

Dafür eignen sich gut Sätze wie:

„Von dem, was Du gerade gesagt hast, möchte ich noch mal dieses/ jenes/ welches …

  • unterstreichen,
  • hervorheben,
  • zusammenfassen,
  • wiederholen,
  • aufgreifen
  • entpacken,
  • hineinzoomen,
  • betonen

usw.

Erlaube Dir auch gerne Sprünge in dem Gespräch und erkläre, warum Du noch mal „zurückspulen“ oder die „Stopp-Taste“ drücken möchtest.

Es ist für die Zuhörer sehr angenehm und wichtig, wenn jemand wertvolle Punkte nicht einfach übergeht, sondern diese nochmal aufgreift. Das macht ein Interview dann auch zu einem Expertengespräch!

Wiederholungen sind wichtig und tragen zur tieferen Aufnahme des Gesagten bei.

Tipp 6) Stell offene Fragen

In der letzten Podcastepisode „Wie Du richtig gute Online-Kongress-Interviews führst“ habe ich Dir schon einmal diesen Hinweis gegeben.

Und ganz in der Manier von Tipp 5 wiederhole ich diesen Punkt hier. Weil er so wichtig ist.

Geschlossene Fragen sind Fragen, die Dein gegenüber mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kann.
In meiner Kinesiologischen Arbeit ist das unglaublich wichtig, denn nur so komme ich über den Muskeltest an die Ursachen für Blockaden und hinderliche Glaubenssätze.

Tipp 7) Bleib flexibel.

Geht ein wenig mit Tipp 1 und Tipp 2 Hand und Hand.

Natürlich wirst du Dir vorher einen Interviewleitfaden zurechtgelegt haben, den Du mehr oder weniger im Kopf hast.

Doch zuerst kommt die Planung und dann die Improvisation.  🙄 

Ein Gespräch ist lebendig. Antworten, von denen Du mehr erwartet hast, sind plötzlich mega kurz und Antworten auf Fragen, die Du eigentlich für banal gehalten hast, gehen so richtig in die Tiefe.

Ein Kongress-Interview ist unberechenbar! Dein Sicherheitsbedürfnis sollte deshalb nicht zu hoch sein!

Wenn Du wie ich gerne alles unter Kontrolle hättest, dann kannst Du einpacken. (Zum Glück habe ich eine tolle Rechtfertigung dafür: die astrologisch Kombination ist Schuld. 😉 )

Lass es sein und widme Dich lieber dem Schreiben eines Buches, wenn Du dieses Bedürfnis in Dir wahrnimmst.

Oder wahlweise: Lass los!

Leg Dir gerne Deinen Leitfaden bereit. Aber schiele nicht allzu sehr darauf. Lass es fließen, sei lebendig, flexibel und pass Dich an die Gesprächsenergie Deines Gegenübers an.

Nichts ist unschöner als Kongress-Interview-Fragen, die man auch von einem Computer stellen lassen könnte!

Sei Du und gib zu, wenn Du mal aus der Konzentration herausgefallen bist, wenn Du den Faden verloren hast. Das ist nicht schlimm und Dein gegenüber wird Dir sofort helfend unter die Arme greifen.

Tipp 8) Versetze Dich in die Lage Deines Kongressteilnehmers

… und frage Deine Experten aus, was das Zeug hält.

Denn Du musst bedenken: Du bewegst Dich in diesem Expertenthema vermutlich schon viel, viel länger als 80% Deiner Zuschauer.

Deshalb ist es ungemein wichtig, dass Du Dich in die Lage Deiner Kongress-Teilnehmer versetzen kannst und aus ihrer Warte heraus die Experten befragst. Dazu empfehle ich Dir die Lektüre meines Artikels, warum Du einen Kongress-Avatar haben solltest und das dazugehörige Arbeitsblatt.

Denn Fragen, die Dein Kongress-Avatar stellen würde, sind Fragen, die Du im Vorwege gut vorbereiten kannst.

Natürlich kannst Du auch in den „Mein Name ist Hase und ich weiß von nichts“-Zustand versetzen. 😉

Doch das ist nicht immer der einfachere Weg, auch wenn es sich so anhört.

Tipp 9) Frage nach Equipment, Büchern, Software oder anderen Produkten

Wenn Du schon mal etwas von Monetarisierung gehört hast, dann wird das für Dich kein neuer „Hack“ sein.

Du musst ja nicht gleich wie Sebastian 30 Affiliate-Nischenseiten einrichten, um Geld mit Deinem Online-Business zu verdienen.

Es interessiert die Menschen, was die Experten für Hilfsmittel, Ausrüstung und Produkte nutzen. Was sie aus ihrer Expertensicht empfehlen können.

Baue diesen Punkt bewusst in Deine Fragen ein. Werde dann z.B. amazon-Partner und verlinke die Produkte oder Bücher unter dem Interview.

Im Übrigen solltest Du auch bei Buchautoren, die auf Deinem Kongress sprechen, unter den Videos auf deren Bücher auf diese Weise verlinken.

Wenn jemand über diesen Link zu amazon klickt und dort dann z.B. etwas ganz anderes kauft, dann klingelt es trotzdem in Deinem Geldbeutel. Je nach Warengruppe können das bis zu 10% vom Einkauf sein.

Tipp 10) Frage nach dem aktuellen Projekt

Diese Frage ist ein absolutes „must“ für Dein Kongress-Interview und Du solltest Keinen Experten entlassen, ohne ihm diese gestellt zu haben!

Denn Dein Experte gibt wirklich sehr viel! Vergiss nicht, er könnte vermutlich für gutes Honorar vor ausverkauften Stadthallen sprechen. Und deswegen ist es wichtig, dass er auf seine aktuellen Projekte im Gespräch hinweisen darf.

Wenn er weiß, wie er diese Projekte anzusprechen hat, kommt das einem Verkaufsgespräch gleich, dass aber wie beiläufig im Gespräch stattfindet. Ein Verkaufsgespräch mit mehreren tausend Menschen, die es sich anhören.

Bedenke, dass diese Reichweite der wichtigste Lohn für die Zeit ist, die der Experte in Deinen Kongress steckt.

Tipp 11) Erhöhe das Tempo zum Schluss

Bei aller Intuition, die Du in Deinem Interview walten lassen kannst: Dein Interview sollte immer einer grundlegenden Dramaturgie folgen.

Ein leichter Einstieg als Süppchen vorweg, ein gehaltvoller Hauptgang in er Mitte und zum Schluss ein kleiner, süßer und leicht verdaulicher Nachtisch. 🙂 Lecker!

Um ein Interview knackig zu beenden, eignet sich eine schnelle Fragen und Antwort-Runde, wie sie z.B. auch Matthew Mockridge in seinen Podcastinterviews am Ende durchführt.

Dabei machst Du zwischen Deinem Hauptteil und der Fragestunde wirklich eine kleine Meta-Ankündigung und Zäsur.

Du gibst also quasi die Speisekarte noch mal aus und fragst Deinen Interviewpartner ob er Lust auf ein kurzes Dessert hat. Erkläre ihm, dass Du eine schnelle/ knackige Fragen-Antwort-Runde vorbereitet hast, wo er möglichst spontan antworten soll.

Wenn ja, dann ist nun der Zeitpunkt Tipp 5 getrost zu ignorieren. Das würde das ganze künstlich in die Länge ziehen und hätte dann nicht mehr die Leichtigkeit. 

Die Zuschauer und auch der Experte können sich auf diesem Weg von dem Gespräch „erholen“.

Das waren sie auch schon, die 11 Tipps, die Dir helfen, Dein perfektes Kongress-Interview zu führen. (Hab nur knapp 2100 Wörter gebraucht. Wieder so ein Skyscraper-Artikel. 😉 )

Jetzt heißt es nur noch: Üben, üben, üben.

Viel Erfolg dabei!

Swantje Gebauer

Swantje Gebauer von der Online-Kongress Ideenfabrik unterstützt als Online-Kongress-Guide herzgetriebene Coaches, Trainer, Berater und Solopreneure dabei ihre Sichtbarkeit im www mit einem Online-Kongress spürbar zu erhöhen und sich so mit ihrer Expertise und Authentizität ein profitables Online-Business zu erschaffen.

Gemeinsam mit Anneli Eick hat sie den großen Online-Kongress mit dem Titel „Dein erster OnlineKongress“ veranstaltet. 2017 setzt sie mit ihrem Relaunch „Mehr Sichtbarkeit im Business“ neue Maßstäbe in der Welt der Online-Kongresse.

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3 Kommentare auf "11 ultimative Tipps für Dein perfektes Kongress-Interview"

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